Nach langer Durststrecke, mal wieder ein Beitrag von mir. Diesmal stelle ich hier eine Liste mit 5 Filmen vor, die mir 2011 ziemlich gut gefallen haben und auch im selben Jahr in die Kinos kamen.
5)Ich reise allein
Der Film lief kurz vor Weihnachten in der Sneak-Preview. Die Geschichte um einen jungen Literaturwissenschaftsstudent, der nach sieben Jahren einen Brief erhält, dass er ein sieben Jahre altes Töchterchen hätte und schließlich sogar einen Zwangsbesuch von ihr bekommt ist ruhig und annähernd frei von jeglichem Pathos erzählt und kann auf ein durchaus spielfreudiges Schauspielensemble zurückgreifen.
Sehr lässig und wenig dramatisch wird die, anfangs recht holperig startende, Vater-Tochter-Erzählung in Szene gesetzt. Dabei wird das Geschehen desöfteren von diversen norwegischen und internationalen Indie-Pop-Songs untermalt.
Ein schöner Film, ohne viel Anspruch, aber mit einer gewissen Komik und sympathischen Figuren.
4) Alles, was wir geben mussten
Dieser Film lief ebenfalls in einer Sneak-Preview. Und wieder einmal wurde ich nicht enttäuscht. Obwohl man die Story einer Gruppe von jungen Menschen, die in einer fiktiven Vergangenheit davon Wind kriegen, dass sie nur Klone von anderen Menschen sind und den einzigen Zweck erfüllen später, als Organspendemonopol für ihre "Originale" zu dienen, etwas straffer hätte erzählen können, zeichnet sich der Film durch subtilen Pathos und teilweise glänzende Schauspieler aus. Einzig und allein, der etwas zu sülzige Cello-Soundtrack geht irgendwann auf die Nerven. Sonst: Ein stimmiger, nachdenklicher und vor allem sehr ruhiger Film, der einen nachträglich noch beschäftigen kann.
3) Naokos Lächeln
Ein neuer Versuch sich mit dem asiatischen Kino auseinander zu setzen. Mit Erfolg! Naokos Lächeln (nach einem Roman von Haruki Murakami) ist nicht nur die Geschichte zweier Menschen, die eine unkonventionelle Beziehung führen, sondern auch eine schöne, in tollen Bildern verpackte, Darstellung des Japans der 1960er Jahre. Die tolle Musik stammt vom Radiohead-Gitaristen Johnny Greenwood und unterlegt das bildgewaltige Werk mit sphärischen, manchmal auch recht düsteren Soundlandschaften.
Als Einsteiger in das asiatische Kino musste ich mich aber erstmal an das minimalistische Schauspiel der Darsteller gewöhnen. Das ging allerdings recht schnell und fand auch schnell gefallen. So, wie der ganze Film.
2) Beginners
Beginners ist, um es vorweg zu nehmen, ein wahres Vergnügen! Einerseits, weil er sehr gut darstellt, dass Verliebtsein keine Altersgrenzen kennt, andererseits, weil der Film sehr spielerisch mit dem Thema, Liebe, Trauer und Hoffnung umgeht und dabei große Dramatik so normal darstellt, dass sie weder oberflächlich noch übertrieben daherkommt. So reichen sich Melancholie und Freude, in einem durchgehend lakonischen Grundton die Klinke in die Hand, so dass man manchmal nicht recht weiß, ob man nun lachen oder weinen soll.
Ewan McGregor und Christopher Plummer geben dabei jeweils eine fantastische Vorstellung ab!
1) Blue Valentine
Blue Valentine hat weniger eine eigentliche Geschichte, als eher zwei Seiten einer Medaille vorzuweisen. Im Groben geht es um den Anfang und das Ende einer Liebe. Und eben nur das: Es wird dabei, fast voyeuristisch gezeigt, wie sich ein Paar verliebt, wie sie sich näher kommen und bespaßt durch die Gegend hüpfen um in der nächsten Szene zu zeigen, was Jahre später aus dieser Liebe geworden ist. Das ist einerseits brutal traurig, andererseits auch brutal ehrlich. Jedenfalls ist es brutal. Die brillianten Hauptdarsteller Ryan Gossling und Michelle Williams gehen so sehr in ihren Rollen auf, dass man im Verlauf des Film nicht nur Gänsehaut, sondern auch Magenschmerzen bekommt. Davon, wie gemein die Liebe sein kann, aber auch wie schön. Ein buchstäblich schrecklich guter Film, der emotional einges fordert und abverlangt. Ganz großes Kino, das mitnimmt!
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